Generelles

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Abb. 1. Künstlerdarstellung des Euclid-Satelliten

Die Entwicklung unseres Universums aus einem homogenen Zustand nach dem Big Bang bis hin zu der heutigen komplexen Vielfalt, bestehend aus Galaxien, Galaxien-Haufen und Superhaufen, ist Gegenstand der Kosmologie. Diese ist jedoch mit einigen ungetesteten Paradigmen konfrontiert, wie die dem Universum zugrunde liegenden Anfangsbedingungen, die Natur der Gravitation sowie die Existenz von zwei Energiedichten unbekannten Ursprungs, welche unser Universum dominieren. Die Existenz und Eigenschaften der Dunklen Materie, welche nur gravitativ wechselwirkt (d.h. keine Absorption oder Emission), kann nur durch ihren Einfluß auf die sichtbare Materie, Strahlung und die kosmische Strukturen abgeleitet werden. Ihr Beitrag zur Energiedichte beträgt 23%, die der sichtbaren Materie 4% und die restlichen 73% werden der sogenannten Dunklen Energie zugeschrieben, welche verantwortlich ist für die Beschleunigung der Expansion. Die genaue Natur dieser beiden Komponenten ist bis heute nicht verstanden, was sie zu den größten Herausforderungen an die moderne Kosmologie und Physik zählen lässt.

Die einzige Möglichkeit diese Mysterien aufzulösen besteht im Vergleich von Aussagen theoretischer Modelle mit Messergebnissen entsprechend hoch auflösender kosmologischer Beobachtungen. In diesem Zusammenhang ist das primäre Ziel von Euclid (ein von der ESA geplantes Weltraumteleskop) die Verteilung der Dunklen Materie zu analysieren und die Eigenschaften der Dunklen Energie zu untersuchen. Das Konzept basiert auf ein 1,2 m-Korsch-Teleskop, ein opto-mechanisches Konstrukt dreier Spiegel, mit drei wissenschaftlichen Instrumenten, welche spezialisiert sind für die sichtbare Abbildung ('visible imaging' - VIS), nah-infrarot-photometrische Abbildung ('near infrared photometric imaging' - NIP) und nah-infrarote Spektroskopie ('near infrared spectroscopy' - NIS). Die Entwicklung des Designs beider infraroter Kanäle NIS und NIP (kurz NISP) entsprechen dem Hauptanteil der Beteiligung des MPE's an der Hardwareentwicklung.

Euclid wird voraussichtlich im Jahr 2020 mit einer Soyuz ST-2.1B-Rakete gestartet. Nach ungefähr 30 Tagen erreicht Euclid den zweiten Lagrange-Punkt des Erde-Sonnen-Systems, wo das Teleskop sechs Jahre lang beobachten und alle geplanten Messungen durchführen wird.

 
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