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Weiterführende Verweise

Aktuelles vom 26.7.2011

Skinakas Sternwarte feiert 25jähriges Bestehen

26. Juli 2011

Schon seit 25 Jahren gibt es die Skinakas-Sternwarte auf Kreta und dies wurde Ende Mai mit einem Festakt auf einem Gipfel des Idagebirges gefeiert. Gegründet 1986 von der Universität Kreta, der Stiftung für Forschung und Technologie Hellas (FORTH) und dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik wird es sowohl zur Ausbildung von Studenten als auch für die astronomische Grundlagenforschung eingesetzt. Heute umfasst die Skinakas-Sternwarte drei Teleskope, ein 1,3m Ritchey-Chrétien-Teleskop, ein 0,6m- und ein 0,3m-Teleskop. Das 0,6m-Teleskop ist für ferngesteuerte Beobachtungen ausgelegt und wird gemeinsam von der Universität Kreta und der Universität Tübingen betrieben.

Nachdem die Idee für ein Observatorium auf Kreta 1983/84 gereift war, fanden die Wissenschaftler den genauen Standort bei einer Wanderung 1984 und schon bald darauf begannen die ersten Arbeiten: eine Schotterstrasse zum Gipfel des Skinakas musste angelegt und zum Teil aus dem Fels gesprengt werden, das erste Gebäude wurde errichtet und eine Handvoll Wissenschaftler und Techniker vom MPE installierten das erste (kleine) Teleskop. Rechtzeitig für Beobachtungen des Halleyschen Kometen war es dann kurz vor Ostern 1986 so weit: die Skinakas-Sternwarte nahm die ersten Bilder auf.

<span class="small">Ioannis Papamastorakis (l.), der ehemalige Leiter der Skinakas-Sternwarte, und der frühere MPE-Direktor Gerhard Haerendel (r.), der auch eine Zeitlang Co-Direktor der Sternwarte war, bei der 25-Jahr-Feier. Im Hintergrund die Kuppel des 1,3m-Teleskops.<br /><br /> </span> Bild vergrößern
Ioannis Papamastorakis (l.), der ehemalige Leiter der Skinakas-Sternwarte, und der frühere MPE-Direktor Gerhard Haerendel (r.), der auch eine Zeitlang Co-Direktor der Sternwarte war, bei der 25-Jahr-Feier. Im Hintergrund die Kuppel des 1,3m-Teleskops.


Während die Wissenschaftler anfangs noch unter recht abenteuerlichen Bedingungen ihre Beobachtungen machten - es gab weder fließend Wasser noch Strom, nur einen Generator - gibt es dort heute neben den drei Teleskopgebäuden auch ein Gästehaus. Das Hauptinstrument der Sternwarte ist seit 1995 ein Spiegelteleskop mit 1,3 Meter Durchmesser, das gleichzeitig ein großes Sichtfeld und eine hohe Bildqualität liefert. Mit einem durchschnittlichen Seeing von etwa einer halben Bogensekunde zählt Skinakas zu den besten Orten für astronomische Beobachtungen im Mittelmeerraum.


Die wissenschaftlichen Ziele der Skinakas-Sternwarte haben sich von den anfänglichen Kometenbeobachtungen weiterentwickelt und sind heute breit gefächert. Astronomische Forschungsthemen reichen von aktiven Galaxien über variable Sterne bis hin zur Suche nach extrasolaren Planeten. Eine besondere Rolle spielen dabei seit langem Nachbeobachtungen bzw. Simultanbeobachtungen von Röntgenobjekten. So wurde Skinakas in den 1990er Jahren von MPE-Wissenschaftlern insbesondere zur Nachbeobachtung von ROSAT-Quellen genutzt und seit Ende der 1990er Jahre kommt dort auch immer wieder ein am MPE gebautes Instrument zum Einsatz: OPTIMA (Optical Pulsar Timing Analyzer) ist ein sehr schnelles Photometer, das ursprünglich gebaut wurde, um Pulsare mit hoher Zeitauflösung und Empfindlichkeit zu messen. Zuletzt wurde es auch zur Beobachtung von anderen schnell variablen Objekten (z.B. Kataklysmischen Variablen oder dem optischen Nachleuchten von Gammastrahlenausbrüchen) eingesetzt.

<span class="small">Durch das Zusammenspiel von Wind und feuchter Luft vom Mittelmeer wird die Sternwarte manchmal zu einer bizarren Eisskulptur.<br /><br /> </span> Bild vergrößern
Durch das Zusammenspiel von Wind und feuchter Luft vom Mittelmeer wird die Sternwarte manchmal zu einer bizarren Eisskulptur.

<span class="small">Das 1,3m-Teleskop mit dem OPTIMA-Photometer.<br /><br /> </span> Bild vergrößern
Das 1,3m-Teleskop mit dem OPTIMA-Photometer.

<span class="small">Installation der zweiten Kuppel auf der Skinakas Sternwarte. Die erste Kuppel war von einem Sturm weggeblasen worden.<br /><br /> </span> Bild vergrößern
Installation der zweiten Kuppel auf der Skinakas Sternwarte. Die erste Kuppel war von einem Sturm weggeblasen worden.

 
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