Zukünftige Projekte

EUCLID

Kurzbeschreibung:

Euclid ist ein geplantes Weltraumteleskop der ESA zur Erforschung der Dunklen Energie und Dunklen Materie.

Es soll 2019/2020 mit einer Sojus ST-2.1b-Rakete von Kourou starten und nach 6 Monaten in eine Umlaufbahn um den Lagrange-Punkt L2 einschwenken. Etwa 3-6 Monate nach der Ankunft soll die sechs Jahre dauernde Kartierung des Weltraums beginnen.

Euclid wird drei Instrumente verwenden, die durch ein 1,2-m-Korsch-Teleskop mit drei Spiegeln und 24,5 m Brennweite schauen und das gleiche Himmelsgebiet beobachten. Zur Rauschunterdrückung soll das Teleskop eine Temperatur von etwa -33 °C haben. Ein Instrument arbeitet im sichtbaren (VIS) und zwei im nahen Infrarotbereich (NIP, NIS) des elektromagnetischen Spektrums. Das Instrument im sichtbaren Spektralbereich verwendet mehrere nebeneinander angeordnete CCDs bei einer Temperatur von etwa -120 °C. Die Instrumente im infraroten Spektralbereich haben -153 °C kalte Detektoren sowie mehrere Filterräder und können im Infrarotbereich Fotos oder Spektren machen. Die Temperatur des restlichen Infrarot-Instruments beträgt etwa -133 °C.

Euclid wird im K-Band (26 GHz) die Messergebnisse und gespeicherte Telemetrie über eine bewegliche Antenne an die Bodenstation senden. Vier Stunden pro Tag wird Euclid im K-Band senden, um maximal 850 GB zu übertragen. Telemetrie wird nicht nur im K-Band, sondern auch im X-Band übertragen, auch wird Euclid über das X-Band gesteuert.

Projekttyp:

Instrument für Satellit

MPE Beteiligung:

Die Studie zum NIP Instrument wird in Zusammenarbeit mit dem MPIA Heidelberg vom MPE geleitet (Ralf Bender ist Co-PI). Weitere Beiträge kommen von  ATC (Grossbritannien), CEA (Frankreich) und vom JPL (USA). Der deutsche Anteil wird zum Teil vom DLR gefördert.

Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) ist verantwortlich für das optische Design des nah-infraroten Instruments, im Besonderen für die Beschaffung der Linsen und ihrer Halterungen, sowie aller Funktionalitäts Prüfungen. Zusätzlich zu der Hardware Entwicklung, ist das MPE involviert in der wissenschaftlichen Daten Verarbeitung der Mission. Die Ludwig-Maximilians Universität München (LMU) ist mitverantwortlich für die Vorbereitung komplementärer bodengebundener Daten und ihrer Vereinigung mit visuellen und infraroten Daten von EUCLID. Beide Institute sind involviert in verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen, im EUCLID Consortium Board und im ESA Wissenschafts-Team.

 


Status:

Das ESA Science Programme Committee hat im Juni 2012 EUCLID als nächste M-Klassen Mission bestätigt.

Der Start ist für 2019/2020 geplant.

Die nominelle Missionsdauer wird auf 6 Jahre veranschlagt.


letzte Änderung 2013-04-29 durch H. Steinle