Plasmaforschung für zukünftige Raumfahrt-Ionenantriebe

6. März 2012

Ende Februar wurde dem MPE in einer feierlichen Veranstaltung in Gießen eine Urkunde als assoziierter Partner bei dem LOEWE-Schwerpunktprojekt "RITSAT - Raumfahrt-Ionenantriebe - Plasmaphysikalische Grundlagen und zukünftige Technologien" vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen. Das MPE wird dabei unter der Leitung von Prof. Markus Thoma aus der Gruppe „Theorie & Komplexe Plasmen” an dem Projektbereich "Plasmamodellierung” mitwirken, um mithilfe von Simulationen Triebwerkskonzepte zu testen und zu modellieren.

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RITSAT

Das RITSAT- Projekt ist an der Universität Gießen angesiedelt, die bereits eine lange Tradition auf dem Gebiet der Ionentriebwerke für Satelliten und Raumfahrzeuge hat. Mit dem neuen Projekt sollen die Gießener Wissenschaftler nachhaltig zur Neu- und Weiterentwicklung von Raumfahrtantrieben für die anstehenden wissenschaftlichen Missionen des DLR und der Europäischen Weltraumbehörde ESA beitragen. Projektpartner ist die Technische Hochschule Mittelhessen, assoziierte Partner sind neben dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt und die DLR Göttingen. Der LOEWE-Schwerpunkt wird von 2012 bis 2014 mit knapp 3,8 Millionen Euro gefördert.

Verleihung der Urkunde an die Partner.<br />Ganz links Prof. Markus Thoma vom MPE, dritte von links die hessische Wissenschaftsministerin Frau Kühne-Hörmann. Bild vergrößern
Verleihung der Urkunde an die Partner.
Ganz links Prof. Markus Thoma vom MPE, dritte von links die hessische Wissenschaftsministerin Frau Kühne-Hörmann. [weniger]



Die Basis des Projektbereichs Plasmamodellierung, an dem sich das MPE beteiligt, bildet die Optimierung des Triebwerks. Im Gegensatz zum Bau und Test eines Triebwerkes bietet die Simulation eine schnelle Methode, ein Triebwerkkonzept zu testen. Ferner liefert die Simulation ein größeres und unverfälschtes Spektrum an Informationen zur Ableitung eines optimierten Designs. Ein weiteres Augenmerk liegt in der Optimierung der Vakuumanlage für Triebwerktests zu niedrigeren Drücken. Den bedeutendsten Aspekt bildet die Extrapolation auf Weltraumbedingungen. Hier entfaltet die Simulation ihre besondere Fähigkeit, Triebwerkseigenschaften im Weltraum zu prognostizieren. Bisher können diese nur aus vergangenen Testflügen im Weltraum abgeschätzt werden.