MPE News

Universe PhD Award für Oliver Pfuhl

12. Dezember 2013

Für eine der besten Doktorarbeiten 2012/13 am Exzellenzcluster Universe wurde Oliver Pfuhl aus der IR-Gruppe am MPE ausgezeichnet. Im Rahmen seiner Dissertation entwickelte er innovative Komponenten für das GRAVITY Interferometer. Der Preis für die beste theoretische Arbeit ging an Martin Winkler (TUM). Während der Science Week 2013 des Exzellenzclusters erhielten die beiden Nachwuchswissenschaftler die mit jeweils 2.000 Euro dotierten Auszeichnungen.

Im Rahmen der Science Week 2013 erhielt Oliver Pfuhl den Universe PhD Award. Von links: <span class="st">Hermann Wolter (LMU)</span>, Joachim Tr&uuml;mper (MPE), Oliver Pfuhl (MPE), Gerhard Graw (LMU),Andreas Burkert (Excellence Cluster Universe) Bild vergrößern
Im Rahmen der Science Week 2013 erhielt Oliver Pfuhl den Universe PhD Award. Von links: Hermann Wolter (LMU), Joachim Trümper (MPE), Oliver Pfuhl (MPE), Gerhard Graw (LMU),Andreas Burkert (Excellence Cluster Universe) [weniger]

In seiner Doktorarbeit beschäftigte sich Oliver Pfuhl sowohl mit heutigen Teleskopen der 8-Meter-Klasse als auch mit Entwicklungen für deutlich größere Teleskope. Diesem neuen Bereich der Forschung war der erste Teil von Pfuhl’s Dissertation „The GRAVITY interferometer and the Milky Way’s nuclear star cluster“ gewidmet.

Oliver Pfuhl entwickelte zwei Schlüsselkomponenten für eines der ambitioniertesten Experimente in der modernen bodengebundenen Astronomie, dem GRAVITY Interferometer am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO). Dies war zum einen das „fiber coupler system“ , welches alle Interferometrie-Teilsysteme in ein präzise funktionierendes Gesamtsystem integriert, und das „guiding system“, das aktiv Abbildungsfehler entlang des 100 Meter langen optischen Wegs korrigiert. GRAVITY wird direkt die orbitale Bewegung von Sternen nahe dem Ereignishorizont des zentralen supermassereichen Schwarzen Lochs in unserer Milchstraße auflösen und so die Physik der Allgemeinen Relativitätstheorie untersuchen.

 

Doch auch mit den bereits bestehenden Teleskopen und Instrumenten kommt man dem Schwarzen Loch in unserer Milchstraße schon ziemlich nahe. So analysierte Pfuhl mit Hilfe des Integralfeldspektrometers SINFONI am VLT die Entstehungsgeschichte des zentralen Sternhaufens im zweiten Teil seiner Dissertation. Dabei stellte sich heraus, dass sich mehr als 80 Prozent der stellaren Masse in der Nähe des Schwarzen Lochs bereits vor mehr als fünf Milliarden Jahren gebildet haben müssen. Dies deckt sich mit anderen Beobachtungen und führt zu der spektakulären Schlussfolgerung, dass sich der Sternhaufen zu einer Zeit gebildet haben muss, als die Masse des Schwarzen Lochs und damit sein Einfluss auf die umliegende Sternentstehung noch klein war.

 

„Die Dissertation von Oliver Pfuhl stellt einen wichtigen Fortschritt in der Astronomie dar“, hebt das Auswahlkomitee in seiner Würdigung hervor.