Weitere Informationen

MPE Pressemeldung

Ewine van Dishoeck erhält Kavli-Preis für Astrophysik

4. Juni 2018

Wie die Norwegische Akademie der Wissenschaften Ende Mai bekannt gab, wird in diesem Jahr Ewine van Dishoeck, Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, "für ihre kombinierten Beiträge zur Astrochemie in Beobachtung, Theorie und Labor, die den Lebenszyklus interstellarer Wolken und die Entstehung von Sternen und Planeten erklären" durch den Kavli-Preis in Astrophysik geehrt.

Ewine van Dishoeck, Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied am MPE Bild vergrößern
Ewine van Dishoeck, Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied am MPE

Der Kavli-Preis in Astrophysik geht in diesem Jahr an Ewine van Dishoeck für ihre bahnbrechende Arbeit zur Enthüllung der chemischen und physikalischen Prozesse interstellarer Wolken, in denen Sterne und Planeten entstehen. Mit ihrer Forschung konnte sie zeigen, wie sich Moleküle während der Umformung einer Wolke zu Sternsystemen wie dem unseren entwickeln. Damit hat sie zu einem Durchbruch der Astrochemie beigetragen.

Durch ihre Beobachtungen mit Teleskopen auf der Erde und im Weltall enthüllte van Dishoeck den „Pfad des Wassers“, indem sie Wasserdampf von dichten Wolken bis hin zu jungen Sternen messen konnte. Ihre Erkenntnis hilft uns, die Entstehungsmechanismen von Molekülen zu verstehen, die für das Leben, wie wir es kennen, wichtig sind. Darüber hinaus entdeckte sie wichtige Strukturen in den Staub- und Gasringen um junge Sterne, in denen Planeten und Kometen entstehen.

Van Dishoeck ist Professorin für Molekulare Astrophysik an der Universität Leiden und Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching. Sie hat maßgeblich zur Entwicklung dieses Forschungsfelds beigetragen. Dazu gehört auch ihre Mitgliedschaft im Rat von Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile, einem internationalen Radio-Observatorium mit 66 Parabolantennen, die zusammengeschaltet ein virtuelles Teleskop mit einem Durchmesser von 10 km bilden können. Mit diesem einzigartigen Instrument konnten van Dishoeck und ihre Kollegen die Entstehung von Sternsystemen ähnlich unserem Sonnensystem in unserer Galaxie untersuchen.

„Die Arbeiten von Professor van Dishoeck zur Chemie des Universums hat praktisch jeden Aspekt dieses Bereichs verändert. Sie hat ein Forschungsfeld, das einst nur eine kleine Nebenrolle in der Astrophysik spielte, in den Vordergrund der gesamten astronomischen Forschung gerückt,“ so Robert Kennicutt, Mitglied des Komitees für den Preis in Astrophysik.

Der Preis besteht aus einer Goldmedaille und einem Geldpreis von US$ 1 Million pro Kategorie. Die Norwegische Akademie der Wissenschaften wählt die Preisträger aus auf Grundlage von Nominierungen durch Ausschüsse, deren Mitglieder von sechs der weltweit renommiertesten Wissenschaftsgesellschaften und -akademien empfohlen werden. Die Bekanntgabe der Preisträger 2018 erfolgte in Oslo und wurde live zum World Science Festival in New York City übertragen.

 
loading content
Zur Redakteursansicht