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Verleihung des Ordens der Aufgehenden Sonne an Prof. Trümper

19. Juli 2012

Am 29. April 2012 wurde dem deutschen Astrophysiker Prof. Dr. Joachim Trümper vom japanischen Kaiser der „Orden der Aufgehenden Sonne mit Goldenen Strahlen am Halsband“ verliehen. Damit wird Trümper vor allem dafür geehrt, dass er die wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie den personellen Austausch zwischen Japan und Deutschland in langjähriger Arbeit stark förderte. Der Orden wurde Trümper am 10. Juli 2012 vom japanischen Botschafter in Berlin überreicht.

Prof. Trümper, ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE), promovierte sich 1959 mit seiner Arbeit über Funkenkammern in Kernphysik an der Universität Kiel. Seit den 1960er Jahren konzentrierte er sich in seiner Forschungstätigkeit auf die Untersuchung der Röntgenstrahlung im All mit Hilfe von Ballons, Raketen und Satelliten und war an vielen nationalen und internationalen Projekten beteiligt.

Der japanische Botschafter in Berlin überreicht Prof. Trümper den "Orden der Aufgehenden Sonne". Bild vergrößern
Der japanische Botschafter in Berlin überreicht Prof. Trümper den "Orden der Aufgehenden Sonne".

Dabei setzte er sich insbesondere für den wissenschaftlichen Austausch zwischen Japan und Deutschland ein und holte viele junge Nachwuchswissenschaftler ans MPE. Von besonderer Bedeutung war die enge Kooperation zwischen dem deutschen Satelliten ROSAT und dem japanischen ASCA Weltraumobservatorium, die die Erforschung des Röntgenhimmels in den 1990er Jahren dominierten. Viele Wissenschaftler nutzten die beiden „Brüder“, und so gibt es etwa 200 referierte Veröffentlichungen, die auf Daten der beiden Observatorien gemeinsam beruhen. Auch nach seiner Emeritierung 2001 ist Trümper weiterhin in der Röntgenastronomie wissenschaftlich aktiv und engagiert sich mit öffentlichen Vorträgen für die Weitergabe aktueller Ergebnisse der Wissenschaft an ein breites Publikum.

Mit dem „Orden der Aufgehenden Sonne“ erhielt Trümper den höchsten Orden, mit dem der japanische Staat wichtige Persönlichkeiten aus dem Ausland auszeichnen kann. Der Orden wird für außergewöhnliche Verdienste im zivilen oder militärischen Bereich an Personen verliehen, die einen wesentlichen Beitrag zur japanischen Kultur und Gesellschaft geleistet haben. Zu bisherigen Empfängern des Ordens zählen bekannte deutsche Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer (1960 und 63, ehemaliger Bundeskanzler), Hans-Olaf Henkel (2001, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie) oder Ernst-Ludwig Winnacker (2009, ehemaliger Präsident der DPG). Wie der Name bereits sagt, hat der Orden die Form einer aufgehenden Sonne mit Strahlenbündeln als Symbol für die japanische Landesflagge „hi nomaru“.

Links:

Detaillierte Informationen über den „Orden der Aufgehenden Sonne“ und die diesjährigen Preisträger finden Sie unter http://www.mofa.go.jp/announce/info/conferment/pdfs/2012_sp.pdf