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NASA-Satellit GLAST erfolgreich gestartet
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik entwickelte Detektoren für GLAST Burst Monitor

Künstlerische Darstellung des GLAST-Satelliten
Bild: General Dynamics C4 Systems
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Das Gamma-Ray Large Area Space Telescope GLAST ist heute mit einer
Delta-II-Rakete von der Cape Canaveral Air Force Station in Florida,
USA erfolgreich gestartet. Hauptinstrument des Satelliten ist das Large
Area Telescope (LAT, Großflächenteleskop), das die Gammastrahlung bei
höheren Energien entdecken soll. Das Sekundärinstrument ist der GLAST
Burst Monitor (GBM), der aus 14 Detektoren besteht und den Bereich der
niedrigeren Energien abdeckt. GBM wurde in Zusammenarbeit mit dem
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut. Der Start
von GLAST war in den vergangenen Monaten wegen Problemen mit der Rakete
mehrere Male verschoben worden.
Am GBM-Projekt waren neben dem MPE das Marshall Space Flight Center der
NASA in Huntsville, Alabama und die Universität von Alabama beteiligt.
Das MPE war für die Entwicklung und die Beschaffung der Detektoren des GBM
und deren Stromversorgung zuständig. Die Detektoren wurden von der Firma
Jena-Optronik GmbH in Jena gebaut; die Stromversorgung stammt von der Firma
Astrium in Friedrichshafen. Das Projekt wurde aus Geldern der DLR Raumfahrt
Agentur gefördert.
Mit GLAST werden die heftigsten und spektakulärsten Phänomene des Universums
untersucht, die unvorstellbare Mengen an Energie erzeugen: der Einsturz
von Materie in supermassive Schwarze Löcher, Zusammenstöße von Neutronensternen,
Explosionen massereicher Sterne oder Materieströme mit Geschwindigkeiten in
der Nähe der Lichtgeschwindigkeit. Was genau bei diesen Vorgängen passiert
und warum dabei so hohe Energien freigesetzt werden, soll mit dem neuen
Weltraumteleskop jetzt geklärt werden. Welchen Einfluss haben die heftigen
Energieausbrüche auf ihre unmittelbare Umgebung? Welche Rückschlüsse können
daraus auf die Entwicklung des Universums als Ganzes gezogen werden? Kommt
man damit der Definition der rätselhaften dunklen Energie, die das Universum
auseinandertreibt, endlich einen Schritt näher? Das sind nur einige der Fragen,
bei deren Beantwortung GLAST helfen soll.
Zwölf der Detektoren des GLAST Burst Monitor blicken in unterschiedliche
Richtungen und registrieren die Gammastrahlung dadurch aus einem jeweils
anderen Blickwinkel. Bei Gammablitzen - den gewaltigsten explosiven
Strahlenausbrüchen im gesamten Kosmos, die nur einige Sekunden lang andauern -
geben die Detektoren Alarm. "Mit dem Computer können wir dann auswerten,
aus welcher Richtung der Gammablitz kam und welches kosmische Ereignis ihn
auslöste", erläutert MPE-Astrophysiker Andreas von Kienlin, der als
Co-Investigator an der Entwicklung des GBM beteiligt war.
Der GBM ist der Nachfolger des Burst Alert Telescope (BATSE) im
weltraumgestützten Gammastrahlenobservatorium Compton Gamma-Ray
Observatory (CGRO), während das LAT eine Weiterentwicklung des
CGRO-Teilchendetektors Energetic Gamma-Ray Experiment Telescope (EGRET)
ist. CGRO wurde nach fast zehnjähriger Betriebszeit im Jahr 2000 kontrolliert
zum Absturz gebracht. Während man mit den Vorgängerinstrumenten nicht genau
bestimmen konnte, wo sich ein Objekt befindet, zeichnet sich GLAST durch
eine hohe Lokalisierungsgenauigkeit aus. Zudem ist es mit GBM und LAT erstmals
möglich, einen Zusammenhang zwischen der hochenergetischen und der
niederenergetischen Emission der Gammablitze herzustellen. EGRET hatte nur
in wenigen Fällen hochenergetische Gammaemission beobachtet.
GLAST schließt die Lücke zwischen den Energiebereichen, die mit den
bodengebundenen Cerenkov-Teleskopen auf der einen Seite und den
weltraumgestützten Röntgenteleskopen auf der anderen Seite erforscht
werden können. "Erstmals seit dem CGRO wird es wieder möglich sein,
Energiespektren von Gammablitzen über das gesamte elektromagnetische
Spektrum mit hoher Genauigkeit zu vermessen", sagt Jochen Greiner vom
MPE, Co-Principal Investigator des GBM. Wissenschaftler des GLAST-Teams
bereiten jetzt gemeinsam die Koordination solcher Beobachtungen vor.
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Dr. Mona Clerico
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für Astrophysik und
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: clerico@mpe.mpg.de
Dr. Jochen Greiner
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3847
E-Mail: jcg@mpe.mpg.de
Dr. Andreas von Kienlin
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3514
E-Mail: azk@mpe.mpg.de
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