 |
Bildung von S0 Galaxien in Gruppen ebenso häufig wie in
Galaxienhaufen

Bild: MPE
|
Dave Wilman, Astrophysiker am MPE, hat neue Erkenntnisse über
die Bildung einer bestimmten Kategorie von Galaxien, der so
genannten S0 Galaxien, gewonnen, die Auswirkungen auf die
Untersuchung von Galaxien im Allgemeinen haben.
S0 Galaxien existieren demnach ebenso häufig in kleinen Gruppen
wie in Galaxienhaufen. Sie bilden sich häufig zunächst in Gruppen,
die später zu größeren Haufen zusammenfallen. Das bedeutet
zugleich, dass sie auf eine andere Art und Weise entstehen als
die Forscher bisher dachten. In Galaxienhaufen zieht das dichte
Intraclustermedium das Gas von den einzelnen Galaxien ab,
während in Gruppen Interaktionen zwischen Galaxien eine wichtigere
Rolle spielen. Wenn man die Galaxienbildung insgesamt betrachtet,
sind Gruppen die wesentlich häufigere Umgebung für die
Galaxienbildung als Galaxienhaufen: Etwa 10-mal so viele Galaxien
bilden sich in Gruppen wie in Haufen. Typische Prozesse in Gruppen
wie etwa die Unterdrückung der Sternbildung während der Bildung
von S0 Galaxien spielen deshalb im Universum eine viel größere
Rolle als Prozesse in Galaxienhaufen.
Die Ergebnisse, die ursprünglich im Februar im Astrophysical Journal
(ApJ) veröffentlicht wurden, wurden von den Herausgebern der
Fachzeitschrift Nature als "Forschungshighlight" eingestuft und bei
Nature in Form einer Zusammenfassung separat publiziert.
Originalarbeit in ApJ :
ApJ 692, Issue 1, pp. 298-308 (2009) (in englischer Sprache)
Nature Research Highlight :
Vol 458, 5. März 2009
(in englischer Sprache)
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Dr. Dave Wilman
Abt.: Optische und Interpretative Astronomie
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3117
E-Mail: dwilman@mpe.mpg.de
|
 |