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Der äußere Rand des Lichts einer Riesengalaxie und der Übergang zu
intergalaktischen Sternen
Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE)
und der ESO haben zum ersten Mal die Außenbereiche der Riesengalaxie
Messier 87 (M 87) untersucht und festgestellt, dass Sterne, die man bisher
zu M 87 rechnete, sich außerhalb ihres Randes befinden. Die Astronomen
glauben, dass die äußeren Teile von M 87 aufgrund noch nicht verstandener
Ereignisse während der Bildung des Virgo-Galaxienhaufens fehlen. Eine
mögliche Ursache wäre eine frühe Interaktion mit einer anderen Galaxie.
Die Bewegungen der intergalaktischen Sterne weisen darauf hin, dass M 87
sich in diesem äußerst dynamischen Galaxienhaufen jetzt auf Kollisionskurs
in Richtung einer anderen Riesengalaxie namens Messier 86 befindet.
Zu diesen überraschenden Ergebnissen gelangten die Wissenschaftler, als
sie die Bewegungen von planetarischen Nebeln im Randgebiet der Galaxie
und im intergalaktischen Raum innerhalb des Virgohaufens sehr präzise vermaßen.
Sie benutzten dazu den FLAMES-Spektrographen des Very Large Telescope (VLT)
im Paranal-Observatorium der ESO in Chile, der die Spektren von zahlreichen,
über ein großes Himmelsgebiet verteilt liegenden Quellen aufnahm.

Äußere Halos und das Intrahaufenlicht im Virgo-Galaxienhaufen
Dieses tiefe Bild des Virgohaufens, das mit dem Burrell-Schmidt-Teleskop
aufgenommen wurde, zeigt das diffuse Licht in den äußeren Galaxienhalos
und das Licht zwischen den Galaxien im Zentrum des Haufens. Die dunklen
Punkte sind helle Vordergrundsterne, die aus dem Bild entfernt wurden.
Bild: Chris Mihos, Case Western Reserve University / ESO
(bessere Auflösung durch klicken auf das Bild)
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Planetarische Nebel im Zentrum des Virgohaufens
Das Bild zeigt die elliptische Riesengalaxie Messier 87 im Zentrum
und M 84 und 86 als die zwei hellen Punkte in der kleinen Gruppe rechts
von der Mitte des Bildes. Außerdem sind die Positionen der entdeckten
planetarischen Nebel im Außenbereich von M 87 und im angrenzenden
intergalaktischen Raum innerhalb des Virgohaufens gezeigt.
Bild: ESO / Digitized Sky Survey 2
(bessere Auflösung durch klicken auf das Bild)
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Planetarische Nebel sind sehr schwach leuchtende Quellen. Die beobachtete
Emission eines planetarischen Nebels ist vergleichbar mit dem Leuchten
einer 30-Watt-Energiesparlampe aus einer Entfernung von etwa 6 Millionen
Kilometern - etwa 15-mal die durchschnittliche Entfernung der Erde vom Mond.
Auch die Tatsache, dass es sehr wenige planetarische Nebel in dem untersuchten
Himmelsfeld von etwa der Größe des Mondes gibt, machte die Untersuchung zu
einer großen Herausforderung für die Wissenschaftler.
Die Beobachtungen der planetarischen Nebel zeigen, dass der Halo aus Sternen
von M 87 bei einem Radius von etwa einer halben Million Lichtjahren abbricht,
so dass er lediglich dreimal so groß ist wie der um die Milchstraße. Bei
größeren Entfernungen vom Galaxienzentrum sind nur intergalaktische Sterne zu
sehen, und diese bewegen sich größtenteils von der Rückseite auf M 87 zu.
Auch dies ist überraschend, denn wenn die Galaxie mit dem Materiezentrum des
Galaxienhaufens in Wechselwirkung stehen würde, sollten sich die Sterne von
ihr wegbewegen.
Die Astronomen haben verschiedene Mechanismen vorgeschlagen, um zu erklären,
warum der Halo abgeschnitten ist und warum die intergalaktischen Sterne sich
in Richtung der Galaxie bewegen. Eine Möglichkeit wären Effekte beim Kollaps
der dunklen Materie des Galaxienhaufens in der Nähe von M 87. Es könnte auch
sein, dass eine andere Galaxie im Virgo-Haufen, Messier 84, in der Vergangenheit
viel näher an M 87 herankam.
Originalveröffentlichung in astro-ph
(in englischer Sprache)
ESO Pressemitteilung
(in englischer Sprache)
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Dr. Mona Clerico
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für Astrophysik und
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: clerico@mpe.mpg.de
Prof. Dr. Ortwin Gerhard
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3539
E-Mail: gerhard@mpe.mpg.de
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