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Meilensteine für zwei Veröffentlichungen aus der Hochenergiegruppe
Seit Mitte September wurden zwei Artikel, geschrieben von Autoren der Hochenergiegruppe am
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, jeweils mehr als 1000 Mal in anderen
Veröffentlichungen zitiert: Der ROSAT-Quellkatalog und die Beschreibung der Instrumente in
der Fokalebene der drei Röntgenteleskope an Bord des XMM-Newton-Weltraumobservatoriums.

Verteilung der 18 811 hellsten Objekte aus der ROSAT-Himmelsdurchmusterung
Bild: MPE
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Der ROSAT-Quellkatalog - genauer gesagt, der Katalog der hellen Quellen aus der
ROSAT-Himmelsdurchmusterung - wurde 1999 veröffentlicht, nach acht Jahren sorgfältiger
und detaillierter Analysen der Daten, die im ersten halben Jahr (1990/91) der ROSAT-Mission
gesammelt wurden. Eines der wissenschaftlichen Hauptziele von ROSAT war es, zum ersten Mal
mit einem bildgebenden Teleskop eine Himmelsdurchmusterung im Röntgenbereich durchzuführen.
Dies führte nicht nur zu einer erheblichen verbesserten Empfindlichkeit sondern auch zu
einer viel genaueren Positionsbestimmung der Quellen.
Insgesamt wurden etwa 125 000 Quellen nachgewiesen aber nur die hellsten 18 811 Objekte in diesem Katalog
veröffentlicht (sowie über 100 000 im Katalog der schwachen Quellen). Die ROSAT-Himmelsdurchmusterung
war 20-mal empfindlicher als alle vorherigen Himmelsdurchmusterungen im Röntgenbereich und enthielt etwa
die 20fache Anzahl an Quellen als alle anderen Röntgenkataloge zu dieser Zeit. Dass der Katalog so oft
zitiert wurde - und andere Wissenschaftler sich auch heute noch darauf beziehen - ist ein
deutliches Zeichen für den weitreichenden Einfluss, den ROSAT auf eine außergewöhnlich große
Bandbreite astronomischer Themen hatte und immer noch hat.
"ROSAT lieferte den ersten klaren Beleg dafür, dass der Röntgenhintergrund keine diffuse
Strahlung ist sondern von unzähligen einzelnen Quellen, größtenteils Schwarzen Löchern,
stammt", sagt Wolfgang Voges, Erstautor des Veröffentlichung zum ROSAT-Katalog. "Die
ROSAT-Daten spielten auch bei vielen Studien zu Galaxienhaufen, Quasaren, aktiven
Galaxienkernen sowie anderen Galaxien, Supernovae, Sternen und sogar Kometen eine wichtige Rolle."

Die 6 cm x 6 cm große pn-CCD, das Herzstück der EPIC/XMM-Kamera.
Bild: MPE
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Im Dezember 1999 wurde das XMM-Newton-Weltraumobservatorium gestartet, nur wenige Monate
nachdem ROSAT endgültig seinen Betrieb eingestellt hatte. Mit ihrer langjährigen Erfahrung
bei Röntgenmissionen trugen MPE-Wissenschaftler nicht nur zu Entwicklung und Prüfung von Teleskop
und Software bei sondern leiteten auch die Entwicklung und den Bau der CCDs das Hauptinstrument:
die Europäische Photon-Imaging Kamera (EPIC).
EPIC besteht aus drei Kameras, bei denen CCDs die Position und die Energie der eintreffenden
Röntgenphotonen aufzeichnen und messen. Zwei Kameras nutzen dabei CCDs aus Metalloxid-Halbleitern
(MOS), während für die dritte eine neue Art von Detektor, pn-CCDs, eingesetzt wurde, die im
Halbleiterlabor des MPE entwickelt und hergestellt wurden.
Insgesamt dauerte die Entwicklung, Einpassung und Erprobung dieses neuartigen Gerätes fast
zehn Jahre. An deren Ende stand aber ein Detektor, der speziell an die Anforderungen des
XXM-Teleskops angepasst war, mit hoher Nachweiseffizienz, einem niedrigen Rauschniveau und
einem schnellen Ausleseverfahren.
"Die den gesamten Siliziumwafer ausfüllenden pnCCD-Chips mussten hausintern mit extremer Genauigkeit
hergestellt werden", erklärt
Lothar Strüder, Leiter des MPI Halbleiterlabors und Erstautor des EPIC-Artikels. "Da die
pn-CCD über die Rückseite belichtet wird, die keine lichtunempfindlichen Schichten oder
Beläge hat, ist die Nachweiseffizienz im Röntgenbereich extrem hoch und homogen, von sehr
niedrigen bis hin zu den höchsten Energien von XMM-Newton." Mit der 6 cm x 6 cm großen
Nachweisfläche war es die größte Röntgen-CCD die bis dahin für einen Einsatz im Weltraum
gebaut worden war und sie hielt diesen Rekord auch noch viele weitere Jahre.
Astronomen zitieren den EPIC-pn-Artikel typischerweise jedes Mal, wenn sie Daten dieser
Kamera für eine Veröffentlichung verwenden. "Jetzt die Schwelle von 1000 Zitierungen zu
erreichen ist bemerkenswert und zeigt eindrucksvoll, welchen Einfluss und was für eine
große Reichweite die Arbeit der Wissenschaftler in der Hochenergiegruppe hat", sagt
Kirpal Nandra, Direktor am MPE.
| Originalveröffentlichung : |
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The ROSAT all-sky survey bright source catalogue
Voges, W.; Aschenbach, B.; Boller, Th.; Bräuninger, H.; Briel, U.; Burkert, W.; Dennerl, K.;
Englhauser, J.; Gruber, R.; Haberl, F.; Hartner, G.; Hasinger, G.; Kürster, M.; Pfeffermann, E.;
Pietsch, W.; Predehl, P.; Rosso, C.; Schmitt, J. H. M. M.; Trümper, J.; Zimmermann, H. U.
Astronomy and Astrophysics, v.349, p.389-405 (1999) (ADS), bzw.
Astronomy and Astrophysics, v.349, p.389-405 (1999) (Springer)
The European Photon Imaging Camera on XMM-Newton: The pn-CCD camera
Strüder, L.; Briel, U.; Dennerl, K.; Hartmann, R.; Kendziorra, E.; Meidinger, N.;
Pfeffermann, E.; Reppin, C.; Aschenbach, B.; Bornemann, W.; Bräuninger, H.; Burkert, W.;
Elender, M.; Freyberg, M.; Haberl, F.; Hartner, G.; Heuschmann, F.; Hippmann, H.;
Kastelic, E.; Kemmer, S.; Kettenring, G.; Kink, W.; Krause, N.; Müller, S.; Oppitz, A.;
Pietsch, W.; Popp, M.; Predehl, P.; Read, A.; Stephan, K. H.; Stötter, D.; Trümper, J.;
Holl, P.; Kemmer, J.; Soltau, H.; Stötter, R.; Weber, U.; Weichert, U.; von Zanthier, C.;
Carathanassis, D.; Lutz, G.; Richter, R. H.; Solc, P.; Böttcher, H.; Kuster, M.; Staubert, R.;
Abbey, A.; Holland, A.; Turner, M.; Balasini, M.; Bignami, G. F.; La Palombara, N.; Villa, G.;
Buttler, W.; Gianini, F.; Lainé, R.; Lumb, D.; Dhez, P.
Astronomy and Astrophysics, v.365, p.L18-L26 (2001) (ADS), bzw.
Astronomy and Astrophysics, v.365, p.L18-L26 (2001) (Springer)
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| Weiterführende Verweise : |
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Webseite der ROSAT Mission am MPE
Webseite zur EPIC Kamera am MPE
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| Kontakt : |
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Dr. Hannelore Hämmerle
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: hanneh@mpe.mpg.de
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