Nobelpreisträger Reinhard Genzel führt dringenden Appell internationaler Astronomen zum Schutz der Paranal-Himmel an
Fast 30 Spitzenforscher fordern Verlegung des INNA-Industrieprojekts, das das Weltklasse-Observatorium bedroht
- Appell zum Schutz: Nobelpreisträger Reinhard Genzel und fast 30 internationale Astronomen fordern den Schutz des Nachthimmels über dem Paranal-Observatorium in Chile.
- Bedrohung durch INNA: Das geplante Industrieprojekt INNA könnte die Lichtverschmutzung um bis zu 35 Prozent erhöhen und Mikrovibrationen verursachen, die die Teleskope stören.
- Wichtige Forschung gefährdet: Die Forschung, einschließlich des GRAVITY-Projekts, könnte durch die negativen Auswirkungen des INNA-Komplexes ernsthaft beeinträchtigt werden.
MPE-Direktor und Nobelpreisträger Reinhard Genzel leitet einen offenen Brief von fast 30 führenden internationalen Astronominnen und Astronomen, mit dem die chilenische Regierung aufgefordert wird, den geplanten Industriekomplex INNA zu verlegen. Das Projekt gefährdet den weltweit renommierten Nachthimmel über dem Paranal-Observatorium der ESO, dem wichtigsten Standort für Spitzentechnologie in der Astronomie.
Im Brief wird gewarnt, dass der INNA-Komplex die Lichtverschmutzung am Paranal um bis zu 35% erhöhen und störende Mikrovibrationen verursachen könnte, die die hochsensiblen Teleskope beeinträchtigen. Dies würde Jahrzehnte wichtiger Forschung gefährden, darunter das vom MPE geführte Projekt GRAVITY+, das kürzlich den Einsatz von vier Laser-Leitsternen zur Beobachtung schwacher Himmelsobjekte demonstrierte.
„Dunkelheit ist es, die mir klare Sicht verschafft. Sie ist das Medium, durch das ich die feinsten Details des Universums beobachten kann,“ betont der chilenische Astronom Eduardo Unda-Sanzana die globale Bedeutung des Schutzes dieses einzigartigen Nachthimmels.
Obwohl die Wissenschaftler die Energiewende zu grüner Energie begrüßen, warnen sie, dass Größe und Nähe des INNA-Projekts eine unzumutbare Gefahr darstellen. Sie fordern Präsident Gabriel Boric und wichtige Minister respektvoll auf, das Projekt zu verlegen und den Schutz dieses einzigartigen wissenschaftlichen und natürlichen Erbes zu verstärken.
Link zum Offenen Brief (auf Englisch): Open Letter to the Chilean Government
