Eine neue Forschungsgemeinschaft widmet sich unseren galaktischen Nachbarn
MPE und IUCAA gründen eine Max-Planck-Partnergruppe zur Weiterentwicklung astrophysikalischer Forschung
Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und das Interuniversitäre Zentrum für Astronomie und Astrophysik (IUCAA) haben eine Max-Planck-Partnergruppe zur Erforschung naher Galaxien gegründet. Das Projekt TANGO soll mithilfe von Röntgenbeobachtungen den baryonischen Zyklus untersuchen und sich dabei auf kompakte Objekte und deren Auswirkungen auf ihre Umgebung konzentrieren, insbesondere im Magellanschen System. Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, das Verständnis der Entwicklung von Doppelsternsystemen und der Auswirkungen der Sternentwicklung auf die Entstehung von Galaxien zu vertiefen.
Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und das Inter-University Centre for Astronomy and Astrophysics (IUCAA) in Pune, Indien haben eine neue Max-Planck-Partnergruppe ins Leben gerufen, um einige der nächstgelegenen galaktischen Nachbarn der Milchstraße zu untersuchen. Das Projekt „TANGO: Tracing and Characterising Nearby Galaxies Compact Objects“ kombiniert Röntgenbeobachtungen des Weltraumteleskops eROSITA und anderer tiefer Röntgen-Durchmusterungen mit Daten aus verschiedenen Wellenlängenbereichen, um den baryonischen Zyklus in nahen Galaxien zu untersuchen. Der Schwerpunkt liegt auf kompakten Objekten und deren Rückkopplungseffekten bei der Regulierung des interstellaren und zirkumgalaktischen Mediums.
Ein zentrales Thema des Projekts ist das Magellansche System – zwei nahegelegene Galaxien, die durch einen Gasstrom verbunden sind –, das einen seltenen Einblick in galaktische Wechselwirkungen und die galaktische Entwicklung aus nächster Nähe bietet. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird die Forschung auf eine breitere Stichprobe naher Spiralgalaxien ausgeweitet, um Vergleiche zwischen verschiedenen galaktischen Umgebungen und Sternentstehungsgeschichten zu ermöglichen.
Das vorrangige Ziel ist die Erstellung einer systematischen Bestandsaufnahme der Röntgenquellenpopulationen in nahen Galaxien. Diese Bestandsaufnahme dient als wichtige Referenz für theoretische Modelle zur Entwicklung von Doppelsternsystemen und verfeinert das Verständnis darüber, wie kompakte Objekte – beispielsweise Weiße Zwerge, Neutronensterne und Schwarze Löcher – entstehen, sich entwickeln und ihre Umgebung beeinflussen.
«Es ist unglaublich aufregend, Teil dieser Zusammenarbeit zu sein», sagt Chandreyee Maitra, Associate Professor am IUCAA und ehemalige Forscherin am MPE, die eine Schlüsselrolle beim Aufbau der Partnerschaft spielte. «Durch die Bündelung sich ergänzender Fachkenntnisse und modernster Daten können wir grundlegende Fragen der Astrophysik angehen und neue Werkzeuge und Techniken für die Datenanalyse entwickeln. Diese Bemühungen werden wesentlich dazu beitragen, die wissenschaftlichen Ziele zukünftiger Weltraummissionen zu gestalten.»
Andrea Merloni, Principal Investigator (PI) von eROSITA am MPE, fügt hinzu: „Diese neue Partnerschaft mit dem IUCAA wird es uns ermöglichen, unsere laufende Forschung zu den eROSITA-Röntgen-Durchmusterungsdaten zu verstärken. Es erfüllt uns mit Stolz, zu sehen, wie das Vermächtnis der SRG/eROSITA-Mission weiterhin erstklassige Astronomenteams auf der ganzen Welt inspiriert.“
Raghunathan Srianand, Direktor am IUCAA, blickt ebenfalls mit Vorfreude auf die künftige Zusammenarbeit: „Wir freuen uns außerordentlich über die Gründung der Max-Planck-Partnergruppe, die nahegelegene Galaxien durch Röntgenbeobachtungen kompakter Objekte untersuchen wird. Wir haben keinen Zweifel daran, dass dieses Programm den stetig wachsenden Beitrag des IUCAA zu Forschungs- und Gemeinschaftsaktivitäten in der Hochenergie-Astrophysik weiter festigen wird. Das IUCAA wird diese Partnerschaft mit allen notwendigen Mitteln unterstützen, damit sie zu einem großen Erfolg wird. Wir wünschen allen Beteiligten viel Erfolg“, sagt Srianand.












