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Dr. Hannelore Hämmerle
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Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching

MPE Pressemeldung

James-Maxwell-Preis für Gregor Morfill

19. Juli 2011

Die amerikanische physikalische Gesellschaft APS verleiht den James-Clerk-Maxwell-Preis in Plasmaphysik dieses Jahr an Professor Gregor Morfill, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Er wird damit für seine bahnbrechenden und grundlegenden Arbeiten zu staubigen Plasmen ausgezeichnet. Der Preis wird bei der Jahresversammlung der Plasmasparte der APS in Salt Lake City im November 2011 überreicht.
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James Clerk Maxwell

Der Preis wurde 1975 zur Ehre des schottischen Physikers James Clerk Maxwell eingeführt und wird seitdem von der APS jährlich für herausragende Beiträge zur Plasmaphysik verliehen. Gregor Morfill ist der erste Deutsche, dem diese Auszeichnung zu Teil wird. In der offiziellen Begründung werden folgende Arbeiten Morfills besonders herausgehoben: die Entdeckung von Plasmakristallen, die Erklärung für die komplizierte Struktur der Saturnringe und die Experimente mit staubigen Plasmen unter Mikroschwerkraftbedingungen zuerst auf Parabelflügen und dann auf der internationalen Raumstation ISS.

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Prof. Gregor Morfill

Schon in seiner Doktorarbeit am Imperial College beschäftigte sich Gregor Morfill mit Weltraumplasmen und dieses Thema ließ ihn auch nicht mehr los. Seit seiner Berufung zum Direktor am MPE 1984 baute er neben theoretische Arbeiten zur Astrophysik allgemein die Plasmagruppe kontinuierlich aus und gründete auch ein experimentelles Programm. Dabei wurden staubige Plasmen, die im Weltall z.B. in interstellaren Molekülwolken, protoplanetaren Akkretionsscheiben, Kometenschweifen oder den Ringsystemen der großen Planeten Saturn und Jupiter auftreten, im Labor untersucht. Unter bestimmten Voraussetzungen bilden sich in staubigen Plasmen so genannte „Plasmakristalle”; die elektrisch geladenen Staubteilchen ordnen sich dabei in einem regelmäßigen, makroskopischen Gitter an. Da aufgrund der Schwerkraft auf der Erde im Wesentlichen nur zweidimensionale Plasmakristalle untersucht werden können, begannen 1996 die ersten Experimente bei Parabelflügen und seit 2001 werden auch auf der internationalen Raumstation ISS regelmäßig Plasmakristallexperimente durchgeführt.

Für seine Arbeiten zu verschiedenen Aspekten der Plasmaphysik – zuletzt den Einsatz von atmosphärischen Plasmen in der Medizin – erhielt Morfill diverse nationale und internationale Auszeichnungen, so unter anderem den „Wissenschaftspreis des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft” (1998), die Gagarin-Medaille (1999) und die Ziolkowski-Medaille (2007).

 
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