Kontakt

Pineda Fornerod, Jaime
Pineda Fornerod, Jaime
Postdoc
Telefon: +49 (0)89 30000-3610
Fax: +49 (0)89 30000-3950
Mobil: +49 173 3517084
Hämmerle, Hannelore
Hämmerle, Hannelore
Pressesprecher/in
Telefon: +49 (0)89 30000-3980
Fax: +49 (0)89 30000-3569

Originalveröffentlichung

1.
R. Friesen and J. Pineda et al.
The Green Bank Ammonia Survey (GAS): First results of NH3 mapping the Gould Belt

MPE News

Ein tiefer Blick in die Kinderstube der Sterne im Orion-Nebel

15. Juni 2017

Erste Ergebnisse des Green Bank Ammonia Survey (GAS) werden nun im Astrophysical Journal veröffentlicht. Ein Team des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik, der Universität von Toronto und dem kanadischen Institut für Theoretische Astrophysik wollen damit alle Sternentstehungsregionen im Gouldschen Gürtel, die von den nördlichen Hemisphären aus sichtbar sind, im Licht der wichtigsten molekularen Spurenelemente abbilden. Begleitend zur Veröffentlichung der Daten zeigt dieses beeindruckende Bild Ammoniakmoleküle, die sich entlang eines Filaments in der Sternbildungsregion im Orionnebel befinden.

<p>In diesem zusammengesetzten Bild aus Radio- und Infrarot-Beobachtungen erscheint das Filament der Ammoniakmoleküle rot und das Gas des Orion-Nebels blau.</p> Bild vergrößern

In diesem zusammengesetzten Bild aus Radio- und Infrarot-Beobachtungen erscheint das Filament der Ammoniakmoleküle rot und das Gas des Orion-Nebels blau.

[weniger]

"Wir verstehen immer noch nicht im Detail, wie große Gaswolken in unserer Galaxie in sich zusammen stürzen, um so neue Sterne zu bilden", sagt Rachel Friesen vom GAS-Team, Erstautorin der Studie und bis zum 31. Mai 2017 ein Dunlap Fellow am Dunlap Institute für Astronomie & Astrophysik, Universität von Toronto. "Ammoniak ist ein großartiges Spurenelement um dichtes, sternbildendes Gas nachzuverfolgen", fügt Friesen hinzu. "Diese großen Ammoniakkarten erlauben es uns, die Bewegungen und die Temperatur des dichten Gases zu verfolgen. Dies ist entscheidend dafür beurteilen zu können, ob Gaswolken und Filamente stabil sind oder in sich zusammenbrechen und neue Sterne bilden. "

Das Bild zeigt eine Sternentstehungsregion im Orionnebel. Durch Radiobeobachtungen mit dem Robert C. Byrd Green Bank Teleskop in West Virginia konnten Ammoniakmoleküle in einem 50 Lichtjahre langen Filament nachgewiesen werden. Kombiniert mit dieser Aufnahme ist ein Bild des Orion-Nebels mit dem WISE-Teleskop der NASA.

"Diese Daten geben uns einen einzigartigen Blick auf das kalte, dichte Gas, das an der Bildung von Sternen wie unserer Sonne beteiligt ist", sagt Jaime E Pineda, der andere leitende Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. "Mit diesen Beobachtungen können wir untersuchen, wieviel Rotation in diesen Sternentstehungsregionen vorhanden ist. Dies ist ein entscheidender Schritt um zu verstehen, wie sich protoplanetare Scheiben bilden."

Die Aufnahme wurde zusammen mit ersten Ergebnissen aus dem Green Bank Ammonia Survey (GAS) im Astrophysical Journal veröffentlicht. Das Ziel von GAS ist es, alle wichtigen, nahe gelegenen Sternentstehungsregionen in der nördlichen Hälfte des Gouldschen Gürtels zu erkunden - ein ringförmiges Objekt junger Sterne und Gaswolken, das den ganzen Himmel umspannt und durch das Sternbild Orion verläuft. Die Himmelsdurchmusterung wird über einen großen Himmelsausschnitt hinweg ein deutlicheres Bild davon liefern, welche Temperaturen und Bewegungen das Gas in diesen dynamischen, stellaren Kinderstuben besitzt.

 
loading content