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MPE News

µROSI startet mit Amateurfunksatelliten „MaxValier Sat“ ins All

23. Juni 2017

Am 23. Juni startete nach intensiver Arbeit in Südtirol, München und Bremen der Amateurfunksatellit „MaxValier Sat“ mit einer indischen Rakete in seine Umlaufbahn um die Erde. Mit an Bord: das Miniatur-Röntgenteleskop µROSI, das vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching gebaut wurde. Der MaxValier-Satellit ist eine einzigartige Kooperation aus akademischer Forschung, Raumfahrtindustrie und den Gewerbeoberschulen in Bozen und Meran. Ziel der Mission ist eine vollständige Himmelsdurchmusterung im weichen Röntgenlicht, deren Daten Hobbyastronomen zur Verfügung gestellt werden, sowie die Beobachtung der oberen Erdatmosphäre um dort möglicherweise eine Sauerstoff-Absorptionslinie zu entdecken.

Das Miniatur-Röntgenteleskop µROSI wurde in der PANTER-Testanlage des MPE genauso sorgfältig geprüft, wie seine großen Brüder. Bild vergrößern
Das Miniatur-Röntgenteleskop µROSI wurde in der PANTER-Testanlage des MPE genauso sorgfältig geprüft, wie seine großen Brüder. [weniger]

Angelehnt an den berühmten ROSAT-Satelliten stellte das Design von µROSI für das Team am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) aufgrund seiner geringen Größe einige ganz besondere Herausforderungen dar. Das Mini-Teleskop benötigt dabei alle Komponenten eines „richtigen“ Teleskops: ein Spiegelmodul mit 12 ineinander geschachtelten Spiegelschalen, ein Detektormodul und Steuerungselektronik sowie ein Kühlsystem. Mit einer Gesamtmasse des MaxValier-Satelliten von weniger als 16 kg ist auch die Gesamtmasse des Teleskops beschränkt - auf weniger als 3 kg. Für dieses Röntgen-Teleskop im Miniaturformat mussten also wissenschaftliche Ziele definiert werden, die mit einem kleinen Teleskop überhaupt erreichbar, gleichzeitig aber auch sinnvoll sind.

Da bei einem kleinen Teleskop die effektive Fläche für eine hohe räumliche Auflösung fehlt, ist μROSI für eine hohe spektrale Auflösung ausgelegt. Das schnelle und hochauflösende Spektrometer kann die Spektren von mindestens einhundert bekannten hellen Röntgenquellen messen und möglicherweise sogar unbekannte Veränderliche beobachten. Da diese hellen Röntgenquellen über den ganzen Himmel verteilt sind, ist die Mission als Himmelsdurchmusterung ähnlich wie bei ROSAT konzipiert. Dabei befindet sich das Teleskop auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn und die Scan-Bewegung ermöglicht es, auch Spektren der oberen Erdatmosphäre zu messen und die O2-Linie bei 0.5 keV zu beobachten.

Der MaxValier Sat wird neben dem Hauptinstrument μROSI auch noch andere Instrumente an Bord haben. Bild vergrößern
Der MaxValier Sat wird neben dem Hauptinstrument μROSI auch noch andere Instrumente an Bord haben.

Die Röntgen-Daten werden auf Amateurfunkfrequenzen zur Erde gesandt und dort von Schülern der teilnehmenden Südtiroler Schulen ausgewertet. Dieses einzigartige Projekt eröffnet für Amateurastronomen damit eine neue Bandbreite. Neben dem μROSI Röntgen-Teleskop umfasst die Satellitennutzlast ein Automatisches Identifikationssystem (AIS), eine CMOS-Bildkamera und einen GPS-Sensor.

Das Projekt wurde 2008 von einer Gruppe Amateurastronomen am Max Valier Observatorium und ambitionierten Lehrern an den Gewerbeoberschulen Max Valier Bolzano (GOB) und Oskar von Miller in Meran (GOM) ins Leben gerufen mit dem Raumfahrtunternehmen OHB und dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) als Partner. Neben den wissenschaftlichen Zielen soll das Projekt insbesondere Schülern und Lehrern die Möglichkeit geben, praktische Erfahrung mit den unterschiedlichen Aspekten einer derartigen Weltraummission zu sammeln. So stammt die Elektronik im Satelliten von der Fachrichtung Elektronik an der Fachoberschule "Max Valier" in Bozen. Ebenso wurde dort ein Teil der mechanischen Struktur in der Fachrichtung Maschinenbau gefertigt. Die Fachgruppe Automation entwickelte Methoden zur Sensorauswertung und zur Bestimmung der Orientierung im Orbit.

 
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