HEXE (Ballon) Detail

Das vom MPE in Zusammenarbeit mit dem Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen gebaute Hochenergie-Röntgenexperiment (HEXE = High Energy X-Ray Experiment) wurde ab 1980 in drei erfolgreichen Ballon-Kampagnien eingesetzt (Mai 1980 und September 1981 in Texas (USA) und im November 1982 in Uberaba (Brasilien)). Es war eine Weiterentwicklung des seit 1973 vom MPE und AIT verwendeten Detektorsystems, mit dem die Zyklotronlinie in Her X-1 gefunden wurde.

Ballonnutzlast HEXE beim Einnorden 1980 in Texas.<br /><br /> Bild vergrößern
Ballonnutzlast HEXE beim Einnorden 1980 in Texas.

Im Zentrum des Bildes ist das quadratische Detektorsystem zu sehen. Die beiden oberen 1/4 Felder des Quadrats und das rechte untere Feld sind mit Phoswich-Detektoren bestückt. Das linke untere Feld enthält einen (runden) Germanium-Detektor.
Unterhalb des Detektorblocks sind die zum Schutz vor den tiefen Temperaturen in der Drifthöhe des Ballons (40 km) verpackten Einheiten der Detektorelektronik, der Datenübertragung und der Gondelsteuerung zu sehen. Auch der Detektorblock wird vor dem Start mit wärmeisolierendem Material umgeben.
Das Bild wurde am Boden beim sogenannten "Ein-norden" aufgenommen. Dabei werden die Magnetometer, die die Richtung des Erdmagnetfeldes messen, geeicht. Mit Hilfe der Magnetometer lässt sich während des Fluges (der Fahrt) die Ausrichtung der Gondel bestimmen.
Der drehbare Detektorblock war bei der Aufnahme des Bildes genau auf den Fotografen gerichtet. Durch schwenken des Detektors und drehen der Ballongondel um die oben sichtbare Aufhängung kann während des Fluges jeder Punkt am Himmel anvisiert werden.

Ballon-Kampagnie Texas (USA) im Mai 1980:

Transport der Gondel zum Startplatz Bild vergrößern
Transport der Gondel zum Startplatz
Ballon mit Fallschirm und Gondel beim Aufstieg kurz nach dem Start. Der Ballon wird durch das sich in der Flugh&ouml;he ausdehnende Gas (Helium) zu einer Kugel aufgeblasen. Er ist beim Start nur zu einem kleinen Teil gef&uuml;llt. Bild vergrößern
Ballon mit Fallschirm und Gondel beim Aufstieg kurz nach dem Start. Der Ballon wird durch das sich in der Flughöhe ausdehnende Gas (Helium) zu einer Kugel aufgeblasen. Er ist beim Start nur zu einem kleinen Teil gefüllt.
Kurz vor dem Start Bild vergrößern
Kurz vor dem Start
Unsanfte Landung. Der Fallschirm hatte sich nicht von der Gondel gel&ouml;st und schleifte sie mehrere Kilometer durch das Gel&auml;nde. Bild vergrößern
Unsanfte Landung. Der Fallschirm hatte sich nicht von der Gondel gelöst und schleifte sie mehrere Kilometer durch das Gelände.
Auf den Kopf gestellt. Bild vergrößern
Auf den Kopf gestellt.

Zahlen zu den drei Starts

  1980 1981 1982
Startort Palestine, Texas
(USA)
Palestine, Texas
(USA)
Uberaba
(Brasilien)  
Startmannschaft NCAR NCAR INPE/NSFB
Ballongröße 0.97 Mio. m3 1.33 Mio. m3 0.97 Mio. m3
Nutzlastgewicht 1360 kg 1500 kg 1500 kg
Start 9. Mai
16:07 UT
28. September
12:30 UT
25. November
12:30 UT
Flughöhe 39 km 40 km 39 km
Flugdauer in Flughöhe 46 Std. 22 Std. 1 Std.
Bemerkung Der Fallschirm trennt sich bei Landung nicht von der Gondel und schleift sie mehrere Kilometer mit. Die Gondel mit den wissenschaftlichen Messgeräten landet unbeschädigt Ein Leck im Ballon verursacht den Abbruch des Fluges bevor wissenschaftliche Messungen vorgenommen werden konnten. Die Gondel landet unbeschädigt.

Eine raumtauglich gemachte Kopie einer Untereinheit der HEXE wurde von 1987 an sehr erfolgreich auf der russischen Raumstation Mir (Mir-HEXE) bis zu deren absichtlichem Absturz am 23. März 2001 eingesetzt.


letzte Änderung 2013-08-14  durch H. Steinle