Luftbild der PANTER Röntgentestanlage

Röntgentestanlage PANTER

Die Röntgentestanlage PANTER  liegt in Neuried, einem Vorort südwestlich von München. Die Luftaufnahme oben zeigt das 120 m lange Strahlrohr (1m Ø), das auf einer Seite von den Röntgenquellen und am anderen Ende von der Vakuumkammer (12m lang und 3.5m Ø) begrenzt wird.  Die Anlage kann auf eine Gesamtlänge von 147 m verlängert werden um Optiken mit einer Brennweite bis zu 20 m zu kalibrieren. Weltweit gibt es nur eine weitere Röntgentestanlage dieser Art, die größer ist als PANTER: die NASA X-Ray Calibration Facility (XRCF) in Huntsville, USA.

Die Hauptaufgabe der Röntgentestanlage PANTER ist die Charakterisierung von Röntgenteleskopen. Hier können Abbildungseigenschaften, Reflektivität und Streuung sowohl einzelner Spiegelschalen als auch genesteter Spiegelsysteme  bis hin zu vollständigen Teleskopen untersucht werden. Zusätzlich können hier Detektoren und sonstige Fokalinstrumentierungen der Röntgenteleskope, sowie ihre Transmissions- bzw. Reflektionsgitter und Röntgenabsorptionsfilter entwickelt, getestet und kalibriert werden.

Die Röntgentestanlage wurde ursprünglich für die Entwicklung und Kalibrierung des ROSAT-Röntgen-Teleskops in den Jahren 1977 bis 1982 erbaut. Seitdem nutzten fast alle wichtigen Projekte der Röntgenastronomie die Anlage. Unter anderem EXOSAT, BeppoSAX, JET-X, ABRIXAS, XMM-Newton, Swift, Suzaku, HXMT-Insight, eROSITA, Einstein Probe, und SVOM. Bei den meisten dieser Projekte waren die Röntgenoptiken Gegenstand der Tests. Aber auch Kameras und Detektoren der Röntgenteleskope (z.B. XMM-Newton's  EPIC pnCCD, EPIC MOS, eROSITA QM), sowie ihre Filter und Beugungsgitter (z.B. das LETG auf Chandra, das RGS auf XMM-Newton, Arcus) wurden hier getestet und kalibriert.

Der PANTER beteiligt sich an der Entwicklung, dem Testen und der Kalibrierung der Optiken für zukünftige Missionen wie eXTP,  NewATHENA sowie für das bodengestützte Axionen-Teleskop IAXO. Zahlreiche weitere Aktivitäten zur Entwicklung neuer Röntgenoptik-Technologien werden am PANTER erprobt.

Im Rahmen der NewATHENA-Mission werden Silicon Pore Optics (SPOs) sowohl  auf Einzelmodulebene als auch in Gruppen, die in einem repräsentativen „Petal“ des Flugspiegels montiert sind, getestet. Diese „Petal“-Tests dienen dazu, die thermischen Eigenschaften des Flugspiegels zu überprüfen. Zudem werden die Optiken und Röntgenquellen für die speziellen NewATHENA-Röntgentestanlagen BEaTriX und Vert-X am PANTER getestet und kalibriert.

Die Röntgentestanlage PANTER  besitzt außerdem noch eine weitere kleine Vakuumkammer, in der Thermalzyklen und Thermal-Vakuum-Tests zur Flug-Qualifikation von einzelnen Baugruppen, aber auch von ganzen Satelliten-Subsystemen, durchgeführt werden können (dies erfolgte intensiv im Rahmen der XMM-Newton und eROSITA Projekte).

Zur Redakteursansicht