CAS Aktuelles und Meilensteine

Sternsysteme wie unser Sonnensystem entstehen in interstellaren Wolken aus Gas und Staub, die kollabieren und junge Sterne bilden. Diese sind in eine protoplanetare Scheibe eingebettet, in der Planeten entstehen und den Raum um sich herum frei räumen - wie kürzlich in bereits entwickelten Systemen beobachtet, bei denen die Mutterwolke schon aufgebraucht war. Beobachtungen mit ALMA haben nun eine protoplanetare Scheibe gezeigt, die einerseits eine große Lücke aufweist, die andererseits aber immer noch über ausgedehnte Gasfilamente von der umgebenden Wolke gespeist wird. Dies zeigt, dass die Akkretion von Material auf die protoplanetare Scheibe länger andauert als bisher angenommen, was sich auf die Entwicklung des zukünftigen Planetensystems auswirkt. mehr

ALMA zeigt Ringe um einen noch wachsenden Protostern im System IRS 63 mehr

Diesen Herbst wird Silvia Spezzano am MPE ihre neue Max-Planck-Forschungsgruppe (MPRG) aufbauen. In den nächsten fünf Jahren wird sie die chemischen Verbindungen zwischen den verschiedenen Stadien der Entstehung von Sternen- und Planetensystemen untersuchen und entscheidende Hinweise auf unsere astrochemischen Ursprünge liefern. MPRGs sind ein wichtiger Bestandteil der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Max-Planck-Gesellschaft und bieten international wettbewerbsfähige Bedingungen für Personal, Startkapital und jährliche Betriebskosten. mehr

Ein Team von Astronomen hat zum ersten Mal die Materieflüsse beobachtet, aus denen neugeborene Sterne entstehen. Dieser detaillierte Blick ins Innere des jungen Sternsystems mit dem Instrument GRAVITY, das am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut wurde und jetzt an den Very Large Telescopes der ESO im Einsatz ist, zeigt, dass das Material von Magnetfeldern geleitet wird und von der den Stern umgebenden Scheibe stammt - derselben Scheibe, aus der schließlich Planeten entstehen. Tatsächlich hat unser Sonnensystem den gleichen Prozess bei seiner Entstehung vor 5 Milliarden Jahren durchlaufen. mehr

Erstmalig haben Astronomen ein „Förderband“ beobachtet, das Material vom äußeren Bereich einer dichten Gaswolke in die Nähe eines jungen Sternpaares transportiert. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und dem französischen Institute de Radioastronomie Millimétrique (IRAM) fanden heraus, das die Gasbewegungen im „Förderband“ dem gravitativen Einfluß des Kerns um das Protosternpaar folgen. Das Band befördert eine große Menge an Gas, das auch von der Mutterwolke frisch produzierte Moleküle enthält, direkt zu den jungen Protosternen.  Dieses Ergebnis ist ein eindrucksvoller Nachweis, dass die weitere Umgebung um junge Protosterne eine wichtige Rolle bei der Bildung und Entwicklung von stellaren Scheiben spielt. mehr

Hochauflösende Beobachtungen eines jungen Sternsystems offenbaren eindeutig ein Paar von Proto-Sternen im frühesten Entwicklungsstadium, die tief in die Quelle IRAS 16293-2422 der Ophiuchus-Molekülwolke eingebettet sind. Das Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik verwendete das ALMA-Interferometer nicht nur zur Bestimmung der Konfiguration der Strahlungsquellen, sondern auch zur Messung der Gas- und Sternbewegung und damit zur Bestimmung der Masse des jungen Doppelsternsystems. Die beiden nahen Proto-Sterne sind etwas schwerer als bisher angenommen und umkreisen sich einmal in etwa 400 Jahren. mehr

Hochaufgelöste Bilder eines jungen Doppelsternsystems zeigen zum ersten Mal ein komplexes Netzwerk von Filamenten, die zwei Protosterne in der Mitte der gemeinsamen Akkretionsscheibe speisen. Mit diesen Beobachtungen konnte ein internationales Team von Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik einen zweistufigen Akkretionsprozess nachweisen, der wichtige Informationen über die Bedingungen bei der Entstehung und Entwicklung von jungen Doppelsternsystemen liefert. mehr

Wie entstehen Sterne und Planeten? Die Wissenschaftler sind der Beantwortung dieser Frage nun einen Schritt näher gekommen, indem sie die Bedingungen für die Entstehung von proto-stellaren Scheiben genauer einschränken konnten. Beobachtungen von drei Systemen in der Perseuswolke in einer frühen Phase der Sternentstehung zeigen, dass das Verlaufsprofil des Drehimpulses in diesen Systemen zwischen den Erwartungen für einen Festkörper und reine Turbulenzen liegt. Dies deutet darauf hin, dass der Einfluss des Kerns weiter nach außen reicht als bisher angenommen. Diese Ergebnisse könnten zu realistischeren Ausgangsbedingungen für numerische Simulationen der Scheibenbildung führen. mehr

Die Erklärung für die große Wassermenge auf der Erde steckt in den kleinen Staubkörnern, aus denen sich die Erde einst gebildet hat – in diesen war Wasser eingeschlossen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler aus den Niederlanden, Deutschland und dem Vereinigten Königreich mit Hilfe von Berechnungen und Simulationen. Die Ergebnisse werden in zwei Artikeln in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht. mehr

Unter der Mitwirkung von zehn Observatorien in sechs europäischen Ländern gelang es Astronomen kürzlich, eine Sternbedeckung durch den Zwergplaneten Haumea zu beobachten, bei der sie überraschenderweise auch einen schmalen und dichten Ring entdeckten, der den Zwergplaneten umgibt. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und mehr als 50 weiteren Institutionen die Größe, Form und Dichte von Haumea näher bestimmen. Die neuen Werte stimmen besser mit den theoretischen Vorhersagen überein, trotzdem bleibt die Entstehung dieses interessanten Ringsystems mit Monden rätselhaft. mehr

Zum ersten Mal hat ein internationales Team von Astronomen unter Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) einen molekularen Ausfluss beobachtet, der außerhalb der Scheibe um einen jungen Stern gestartet wird. Gasausflüsse entfernen überschüssigen Drehimpuls aus dem System und es wurde vorgeschlagen, dass diese Winde aus einer breiten Region in der protoplanetaren Scheibe gestartet werden sollten. Die jüngsten Beobachtungen zeigen nun, dass die Ausflüsse asymmetrisch sind und außerhalb des Randes der Scheibe starten, an der Position, an der einfallendes Material auftrifft. mehr

Erste Ergebnisse des Green Bank Ammonia Survey (GAS) werden nun im Astrophysical Journal veröffentlicht. Ein Team des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik, der Universität von Toronto und dem kanadischen Institut für Theoretische Astrophysik wollen damit alle Sternentstehungsregionen im Gouldschen Gürtel, die von den nördlichen Hemisphären aus sichtbar sind, im Licht der wichtigsten molekularen Spurenelemente abbilden. Begleitend zur Veröffentlichung der Daten zeigt dieses beeindruckende Bild Ammoniakmoleküle, die sich entlang eines Filaments in der Sternbildungsregion im Orionnebel befinden. mehr

Zur Redakteursansicht