CAS Aktuelles und Meilensteine

Tommaso Grassi erhält AG Software Award

Die Deutsche Astronomische Gesellschaft (AG) hat MPE-Wissenschaftler Dr. Tommaso Grassi mit dem Astrophysikalischen Softwarepreis für die Entwicklung des Astrochemie-Pakets KROME ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet an der Universität Bremen während der Jahrestagung der AG vom 12. bis 16. September 2022 statt. mehr

Eisiger Speicher für Moleküle kurz vor Stern- und Planetenentstehung

Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik haben Beweise dafür gefunden, dass kurz vor Einsetzen der Sternentstehung so gut wie alle schweren Moleküle in der zentralen Region einer prästellaren Wolke an Staubkörnern einfrieren. Die ALMA-Beobachtungen der molekularen Wolke L1544 im Sternbild Stier zeigten nicht nur eine Konzentration von Staubkörnchen zum Zentrum hin, sondern auch, dass stickstoffhaltige Moleküle sowie Kohlenstoff, Sauerstoff und alle weiteren Elemente schwerer als Helium in dicken Eishüllen um die Staubkörner gespeichert sind. Diese Eishüllen sind reich an Wasser und organischen Molekülen, den Vorläufern prä-biotischer Moleküle. Die Häufigkeiten ähneln denen, die in Resten der Entstehung unseres Sonnensystems beobachtet wurden. mehr

Ewine van Dishoeck erhält Fritz-Zwicky-Preis

Die Europäische Astronomische Gesellschaft verleiht den Fritz-Zwicky-Preis 2022 für Astrophysik und Kosmologie an Prof. Ewine F. van Dishoeck (Universität Leiden, Niederlande und Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik). Mit dem Fritz-Zwicky-Preis für Astrophysik und Kosmologie werden Wissenschaftler geehrt, die grundlegende und herausragende Ergebnisse im Bereich der Astrophysik und/oder Kosmologie erzielt haben. mehr

<p>Elena Redaelli erhält Otto-Hahn-Medaille</p>

Für ihre herausragende Dissertation erhält die MPE-Nachwuchswissenschaftlerin Elena Redaelli 2021 die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Der Preis wird verliehen für ihre Forschung über Regionen in unserer Galaxie, in denen derzeit Sterne wie unsere Sonne entstehen. Ihre Erkenntnisse könnten helfen, die physikalische und chemische Struktur interstellarer Molekülwolken aufzuklären. Redaellis Dissertation zu verschiedenen Aspekten der Sternentstehung umfasst drei bereits veröffentlichte Artikel und genügend Material für weitere Veröffentlichungen sowie Ideen für zukünftige Beobachtungen und Analysen. mehr

<p>Warum unser Trinkwasser mehrere Milliarden Jahre alt ist</p>

Ein neuer Übersichtsartikel beschreibt, wie Wasser aus interstellaren Wolken zu Planeten gelangt mehr

Protoplanetare Scheibe wird von der Mutterwolke gespeist

Sternsysteme wie unser Sonnensystem entstehen in interstellaren Wolken aus Gas und Staub, die kollabieren und junge Sterne bilden. Diese sind in eine protoplanetare Scheibe eingebettet, in der Planeten entstehen und den Raum um sich herum frei räumen - wie kürzlich in bereits entwickelten Systemen beobachtet, bei denen die Mutterwolke schon aufgebraucht war. Beobachtungen mit ALMA haben nun eine protoplanetare Scheibe gezeigt, die einerseits eine große Lücke aufweist, die andererseits aber immer noch über ausgedehnte Gasfilamente von der umgebenden Wolke gespeist wird. Dies zeigt, dass die Akkretion von Material auf die protoplanetare Scheibe länger andauert als bisher angenommen, was sich auf die Entwicklung des zukünftigen Planetensystems auswirkt. mehr

Sterne und Planeten wachsen gemeinsam als Geschwister

ALMA zeigt Ringe um einen noch wachsenden Protostern im System IRS 63. mehr

Max-Planck-Forschungsgruppe für Silvia Spezzano

Diesen Herbst wird Silvia Spezzano am MPE ihre neue Max-Planck-Forschungsgruppe (MPRG) aufbauen. In den nächsten fünf Jahren wird sie die chemischen Verbindungen zwischen den verschiedenen Stadien der Entstehung von Sternen- und Planetensystemen untersuchen und entscheidende Hinweise auf unsere astrochemischen Ursprünge liefern. MPRGs sind ein wichtiger Bestandteil der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Max-Planck-Gesellschaft und bieten international wettbewerbsfähige Bedingungen für Personal, Startkapital und jährliche Betriebskosten. mehr

<p>GRAVITY zeigt wie ein junger Stern Materie von der ihn umgebenden Scheibe sammelt</p>

Ein Team von Astronomen hat zum ersten Mal die Materieflüsse beobachtet, aus denen neugeborene Sterne entstehen. Dieser detaillierte Blick ins Innere des jungen Sternsystems mit dem Instrument GRAVITY, das am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut wurde und jetzt an den Very Large Telescopes der ESO im Einsatz ist, zeigt, dass das Material von Magnetfeldern geleitet wird und von der den Stern umgebenden Scheibe stammt - derselben Scheibe, aus der schließlich Planeten entstehen. Tatsächlich hat unser Sonnensystem den gleichen Prozess bei seiner Entstehung vor 5 Milliarden Jahren durchlaufen. mehr

<p>Mutterwolke füttert junges Sternentstehungssystem</p>

Erstmalig haben Astronomen ein „Förderband“ beobachtet, das Material vom äußeren Bereich einer dichten Gaswolke in die Nähe eines jungen Sternpaares transportiert. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und dem französischen Institute de Radioastronomie Millimétrique (IRAM) fanden heraus, das die Gasbewegungen im „Förderband“ dem gravitativen Einfluß des Kerns um das Protosternpaar folgen. Das Band befördert eine große Menge an Gas, das auch von der Mutterwolke frisch produzierte Moleküle enthält, direkt zu den jungen Protosternen.  Dieses Ergebnis ist ein eindrucksvoller Nachweis, dass die weitere Umgebung um junge Protosterne eine wichtige Rolle bei der Bildung und Entwicklung von stellaren Scheiben spielt. mehr

<p>Nahaufnahme zeigt Doppel-Proto-Sternsystem bei der Entstehung</p>

Hochauflösende Beobachtungen eines jungen Sternsystems offenbaren eindeutig ein Paar von Proto-Sternen im frühesten Entwicklungsstadium, die tief in die Quelle IRAS 16293-2422 der Ophiuchus-Molekülwolke eingebettet sind. Das Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik verwendete das ALMA-Interferometer nicht nur zur Bestimmung der Konfiguration der Strahlungsquellen, sondern auch zur Messung der Gas- und Sternbewegung und damit zur Bestimmung der Masse des jungen Doppelsternsystems. Die beiden nahen Proto-Sterne sind etwas schwerer als bisher angenommen und umkreisen sich einmal in etwa 400 Jahren. mehr

<p>Gas aus gemeinsamer Scheibe speist junge Zwillingssterne</p>

Hochaufgelöste Bilder eines jungen Doppelsternsystems zeigen zum ersten Mal ein komplexes Netzwerk von Filamenten, die zwei Protosterne in der Mitte der gemeinsamen Akkretionsscheibe speisen. Mit diesen Beobachtungen konnte ein internationales Team von Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik einen zweistufigen Akkretionsprozess nachweisen, der wichtige Informationen über die Bedingungen bei der Entstehung und Entwicklung von jungen Doppelsternsystemen liefert. mehr

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