ERC-Förderung für Dr. Esra Bulbul

9. Dezember 2020

Das Projekt "DarkQuest: Shedding Light on the Nature of Dark Matter and Dark Energy with Multi-Wavelength All-Sky Surveys" unter der Leitung von Esra Bulbul am MPE wird für die nächsten fünf Jahre durch einen ERC Consolidator Grant finanziert. Mit Hilfe der Daten aus der eROSITA-Himmelsdurchmusterung wird sie Modelle für dunkle Energie und dunkle Materie eingrenzen.

Dr. Esra Bulbul erhält einen ERC-Consolidator Grant, um dunkle Materie und dunkle Energie mit eROSITA zu untersuchen.

Galaxienhaufen sind massereiche Objekte, in denen die dunkle Materie dominiert. Man findet sie an den Knotenpunkten des kosmischen Netzes und ihre Verteilung ist repräsentativ für die Verteilung der dunklen Materie, der am häufigsten vorkommenden Materieform im Universum. Aus ihrer Häufigkeit als Funktion der Rotverschiebung und der Masse kann man Informationen über das Wachstum der Struktur im Universum und damit für die zugrunde liegenden kosmologischen Parameter ableiten. Im Rahmen ihres ERC Consolidator Grant möchte Dr. Esra Bulbul Modelle für dunkle Energie und dunkle Materie einschränken mit Hilfe der neuesten Daten aus der eROSITA-Himmelsdurchmusterung, in der beginnenden Ära der Präzisionskosmologie. eROSITA ist eines der Kosmologie-Experimente der nächsten Generation, das kosmologische Parameter mit einer Genauigkeit im Prozentbereich bestimmen wird.

Das ERC-Projekt mit dem Titel "DarkQuest: Shedding Light on the Nature of Dark Matter and Dark Energy with Multi-Wavelength All-Sky Surveys", erhält 2 Millionen Euro, den Höchstbetrag, den das ERC für solche Vorhaben vergibt. Die ERC-Consolidator Grants werden an herausragende Forscherinnen und Forscher unabhängig von Nationalität und Alter vergeben, die mindestens sieben und bis zu zwölf Jahre Erfahrung nach ihrer Promotion haben und eine vielversprechende wissenschaftliche Erfolgsbilanz vorweisen können. Die Forschung muss in einer öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung mit Sitz in einem der EU-Mitgliedstaaten oder der assoziierten Länder durchgeführt werden. In der diesjährigen Bewerbungsrunde lag die Erfolgsquote bei 13%.

Die Mini-Durchmusterung eFEDS, die während der Phase der Leistungsprüfung des eROSITA-Teleskops beobachtet wurde, hat bereits bessere Ergebnisse geliefert als erwartet. In dieser Region mit einer Fläche von 140 Quadratgrad wurden insgesamt 540 ausgedehnte Quellen entdeckt. Mit der vollständigen eROSITA-Himmelsdurchmusterung erwarten die Wissenschaftler, etwa 100.000 Galaxienhaufen im Universum zu entdecken.

Derzeit ist Dr. Bulbul Leiterin einer Gruppe am MPE und leitende Wissenschaftlerin der eROSITA-Arbeitsgruppe für Galaxienhaufen und Kosmologie. Bevor sie 2019 zum MPE kam, arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Sie war Postdoc-Stipendiatin am Massachusetts Institute of Technology, am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und am NASA Goddard Space Flight Center. Im Dezember 2010 erhielt sie ihren Doktortitel in Physik vom NASA Marshall Space Flight Center.

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