Max-Planck-Forschungsgruppe für Silvia Spezzano

14. September 2020

Diesen Herbst wird Silvia Spezzano am MPE ihre neue Max-Planck-Forschungsgruppe (MPRG) aufbauen. In den nächsten fünf Jahren wird sie die chemischen Verbindungen zwischen den verschiedenen Stadien der Entstehung von Sternen- und Planetensystemen untersuchen und entscheidende Hinweise auf unsere astrochemischen Ursprünge liefern. MPRGs sind ein wichtiger Bestandteil der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Max-Planck-Gesellschaft und bieten international wettbewerbsfähige Bedingungen für Personal, Startkapital und jährliche Betriebskosten.

Mit ihrer MPRG wird Spezzano versuchen, die chemische Verbindung zwischen den verschiedenen Stadien der Entstehung von Stern- und Planetensystemen zu enthüllen, die hier dargestellt sind. Das Hintergrundspektrum stammt von interstellarem Gas und zeigt viele Moleküllinien.

Eine der größten Herausforderungen in der modernen Astrophysik ist das Verständnis des Ursprungs des Lebens auf der Erde. Das Gas, aus dem das interstellare Medium (ISM) besteht, ist gleichzeitig das "Abgas" alter Sterne und Galaxien und das Material, das die Geburt und das Wachstum neuer Galaxien, neuer Sterne und schließlich neuer Planeten speist. Das Verständnis der Chemie, die die Entstehung von Stern- und Planetensystemen vorantreibt, ist für das Verständnis der Phänomene selbst von entscheidender Bedeutung, da die chemischen und physikalischen Prozesse tief miteinander verwoben sind.

Silvia Spezzano wird in den nächsten fünf Jahren einen multidisziplinären Ansatz verfolgen, um die physikalische und chemische Struktur von Sternentstehungsgebieten mit Hilfe von Laborspektroskopie, Beobachtungen und Strahlungstransfermodellen zu untersuchen. Die MPRG baut auf der Arbeit auf, die Spezzano mit ihrem Minerva Fast-Track-Stipendium im Jahr 2017 begonnen hat.

Um Moleküle im ISM zu beobachten und sie als Werkzeuge zu nutzen, sind hochauflösende Labordaten erforderlich. Auf dem Gebiet der Astrochemie stehen Beobachtungen und Laborarbeit in einer symbiotischen Beziehung zueinander, und die CAS-Laboratorien am MPE sind weltweit einzigartig. Spezzano's Gruppe wird Moleküle von astrophysikalischer Bedeutung im Labor untersuchen und sie anschließend im ISM beobachten, um die molekulare Komplexität im Weltraum aufzuzeigen.

Silvia Spezzano erhielt ihren Bachelor- und Master-Abschluss in Industrieller Chemie an der Universität in Bologna. Nach einem kurzen Aufenthalt als Predoctoral Fellow an der Harvard University mit einem Stipendium der Stiftung "Toso-Montanari" ging sie für ihre Doktorarbeit, die sie 2013 mit magna cum laude für ihre Dissertation "Elusive molecules in the laboratory and in space" abschloss, an die Universität zu Köln und an das Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Im Jahr 2014 wurde sie mit dem "Lucia Padrielli"-Preis für junge Astronominnen vom Italienischen Nationalen Astrophysikalischen Institut und der Italienischen Astronomischen Gesellschaft ausgezeichnet. Am MPE begann sie 2015 als Postdoc, wo sie 2016 ein Stipendium der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung und 2017 ihr Minerva Fast-Track-Stipendium erhielt.

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