Reinhard Genzel ist neuer Vizekanzler des Ordens Pour le mérite

17. Juni 2021

Die Leopoldina gab am 17. Juni 2021 bekannt, dass Reinhard Genzel, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik zum Vizekanzler des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste gewählt wurde. Er übernimmt damit innerhalb des Ordens die Klasse der Naturwissenschaften.

Reinhard Genzel

Dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste gehören derzeit 37 inländische und 38 ausländische Mitglieder an, darunter 13 Trägerinnen und Träger des Nobelpreises. Die Wahl in den Orden zählt zu den höchsten Ehrungen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland zuteilwerden können. Reinhard Genzel ist seit 2013 Mitglied des Ordens. Parallel zu seiner Wahl als Vizekanzler wurde Prähistoriker und Leopoldina-Mitglied Hermann Parzinger zum Kanzler des Ordens Pour le mérite sowie Regisseurin Andrea Breth zur Vizekanzlerin gewählt. Die Künstler- und Gelehrtenvereinigung wurde 1842 von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, ins Leben gerufen und 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss neu begründet. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Erster Kanzler des Ordens war der Naturforscher und Leopoldina-Mitglied Alexander von Humboldt.

Reinhard Genzel ist seit 1986 Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, wo er die Entstehung, die Entwicklung und die Kerne von Galaxien wie der Milchstraße erforscht. Hierfür entwickelten Genzel und sein Team eine Reihe neuer Beobachtungstechniken und Instrumente im Bereich der Infrarot-, Submillimeter- und Millimeter-Astronomie. So konnte Genzel im Laufe von fast 40 Jahren nachweisen, dass im Zentrum der Milchstraße ein Schwarzes Loch von 4,3 Millionen Sonnenmassen existiert. Damit gelang ihm der bislang beste empirische Nachweis für die Existenz von Schwarzen Löchern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Albert Einstein im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie postuliert worden waren. Für diesen Nachweis wurde er 2020 gemeinsam mit Andrea Ghez mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet; beide teilen sich den Nobelpreis mit dem britischen Mathematiker und Physiker Roger Penrose. 2014 erhielt Genzel außerdem die Herschel-Medaille der Royal Astronomical Society und 1990 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Jahr 2014 wurde Genzel mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der Astrophysiker ist seit 2002 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Physik.

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