Staatsminister Bernd Sibler besichtigt MPE

15. Juli 2021

Der bayrische Minister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, war zu Gast am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Neben einem Gespräch mit dem Nobelpreisträger und MPE-Direktor Reinhard Genzel besichtigte er unter anderem die Integrationshalle und das MICADO-Labor.

Bernd Sibler, bayrischer Wissenschaftsminister, zusammen mit den MPE-Direktoren Reinhard Genzel und Ralf Bender (v.r.n.l.)

Am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik traf sich der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler mit den MPE-Direktoren Reinhard Genzel und Ralf Bender und informierte sich, begleitet von Mitgliedern des bayrischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, über die aktuelle Forschung am MPE.

In seinem Übersichtsvortrag blickte Genzel zunächst auf die Anfänge des 1963 eröffneten Instituts zurück und würdigte die herausragende Bedeutung des Gründungsvaters Reimar Lüst, der das Fundament für spätere Spitzenforschung legen sollte. Damit spannte er den Bogen zum heutigen MPE, verwies auf unzählige internationale Kooperationen, die Doktorandenschule IMPRS sowie andere Erfolgsgeschichten wie das Röntgen-Weltraumteleskop eROSITA.

Ziel des MPE sei es, so Genzel, fundamentale Fragen der modernen Astronomie und Astrophysik mit innovativen Experimenten und Projekten anzugehen; der Erfolg sei den hervorragenden Teams aus dem Physik- und Ingenieurbereich, den erstklassigen Werkstätten sowie den hochmotivierten jungen Studentinnen und Studenten und Postdocs zu verdanken.

Diesen Gedanken griff Sibler in seinem Grußwort auf. „Schlicht faszinierend“ sei es, was an Institutionen wie dem MPE geforscht und geschaffen werde: „Ich glaube, da geht gerade ein Zeitfenster auf für ihre Forschungsthemen, die auch von einem breiteren Publikum wahrgenommen werden“.

Staatsminister Sibler lässt sich von MPE-Wissenschaftler Helmut Feuchtgruber die Funtionsweise von ERIS erklären.

Ein weiteres Beispiel für bahnbrechende Technologie des MPE folgte prompt: GRAVITY. Mit einer Animation veranschaulichte Projektleiter Frank Eisenhauer die Funktionsweise des Instruments, das die vier Einzelteleskope des Very Large Telescope (VLT) in Chile zusammenführt und dadurch ein Superteleskop erzeugt, das VLTI. Das Nachfolgeprojekt GRAVITY+, das bereits in den Startlöchern steht, soll diese Technik auf die nächste Stufe heben und damit zum Beispiel in der Lage sein, die Masse von Schwarzen Löchern in aktiven Galaxienkernen über die kosmische Zeit hinweg zu messen und qualitativ hochwertige Spektren und Bahnen von Exoplaneten zu generieren.

Anschließend hatten Sibler und seine Kollegen die Möglichkeit, einige der Entwicklungen am MPE selbst in Augenschein zu nehmen. In der Integrationshalle, wartet ERIS (Enhanced Resolution Imager and Spectrograph), ein Instrument der nächsten Generation für das VLT in Chile, auf seine Inbetriebnahme, und ein Blick ins MICADO-Labor (Multi-AO Imaging Camera for Deep Observations) zeigte Vorbereitungen für das First Light-Instrument für das im Bau befindlichen Extremely Large Telescope (ELT) der Europäischen Südsternwarte ESO. MICADO soll dabei eine Lichtempfindlichkeit für Punktquellen erreichen, die derjenigen des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) vergleichbar ist, jedoch bei einer um den Faktor 6 besseren räumlichen Auflösung.

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